Jin Shin Jyutsu: Die Kunst des japanischen Heilströmens (Teil 1)

Jin Shin Jyutsu erweckt unser Bewusstsein für die einfache Tatsache, dass alles, was wir für Harmonie und Gleichgewicht mit dem Universum benötigen – sei es geistig, seelisch oder körperlich –, in uns selbst liegt. Durch dieses Bewusstsein wird ein Gefühl des vollständigen Friedens, der Gelassenheit, der Sicherheit und der inneren Einheit erweckt. Kein Mensch, keine Situation und kein Ding kann mir dies nehmen.
~ Mary Burmeister

Wiederentdeckung einer uralten japanischen Heilkunst

Aus dem „Buch der alten Dinge“, dem sog. japanischen Kojiki (712 n. Chr.) geht hervor, dass Jin Shin Jyutsu (sprich: Dschin Schin Dschitsu) in seiner ursprünglichen Form bereits im 13. Jahrhundert v. Chr. weit verbreitet war. Das Wissen um die „Schlüssel“, welche die Wirkungsbasis dieser Methode darstellen, wurde von Generation zu Generation mündlich überliefert. Der wahre Sinn der „Schlüssel“ erfuhr jedoch mit der Zeit eine Verwässerung und das Heilkonzept schien allmählich in Vergessenheit zu geraten.

Erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts begann sich der japanische Meister Jiro Murai mit den alten Schätzen intensiv auseinanderzusetzen. Als er sich mit ihrer Hilfe von einer lebensbedrohlichen Krankheit heilen konnte, beschloss er aus seinen persönlichen Erfahrungen und dem überlieferten Wissen eine Synthese zu bilden. Das Resultat taufte Jiro Murai zunächst die „Kunst des Glücklichseins“.

Als er in den nachfolgenden Jahren seine Nachforschungen fortsetzte und seine neue Version der Methode anwandte, bemerkte er, dass sie die Lebensqualität der Menschen bis ins hohe Alter deutlich zu verbessern vermochte. Er nannte sie daraufhin die „Kunst der Langlebigkeit“ und später auch die „Kunst der Güte“. Doch mit der Kombination von „mitfühlender, wissender Mensch, „Schöpfer“ und „Kunst“ traf er schließlich den Ausdrucksnagel auf den Kopf: Jin Shin Jyutsu war geboren.

Jin Shin Jyutsu erobert den Westen

Es war Mary Burmeister, die 1918 in Seattle geborene Tochter japanischer Eltern, die zur Verbreitung der Heilmethode im westlichen Kulturkreis beitrug. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens ging sie in den 1940er Jahren nach Japan. Eines Tages besuchte sie einen Vortrag von Meister Jiro Murai. Hier hörte sie zum ersten Mal zwei alte Weisheiten, die ihr Leben fortan maßgeblich beeinflussen sollten:

  • Es gibt ein Wissen, dass in der Seele beheimatet ist.
  • Dieses Wissen besagt, dass die größte heilende Kraft darin besteht, im Einklang mit den Gesetzen des Universums und mit sich selbst zu sein.

Mary Burmeister blieb in Japan und studierte zwölf Jahre lang mit Jiro Murai. 1954 kehrte sie in die Vereinigten Staaten zurück und legte mit ihren Kursen den Grundstein für die Weiterverbreitung der Methode. 1977 erreichte Jin Shin Jyutsu endlich auch Europa.

Funktionelle Grundlagen des Jin Shin Jyutsu

Die Heilmethode basiert auf dem Wissen der Traditionellen Chinesischen Medizin über die Funktion wie auch den Verlauf der Meridiane (Energiebahnen).

Da gibt es zuerst den Hauptzentralstrom. Seine Energie fließt in der Körpermitte vorne hinunter und steigt hinten wieder auf. Da der Hauptstrom die universelle Energie kanalisiert, kann sein Rhythmus nie gestört werden. Allerdings kann der Zufluss aus dieser Quelle durch eine suboptimale Denk- und Lebensweise blockiert werden.

Es gibt eine hervorragende Übung, mit der Sie den Hauptzentralstrom harmonisieren können. Die genaue Anleitung sehen Sie im nachfolgenden Video:

 

Was Sie mit dieser Übung erreichen:

  • Regeneration und Kräftigung des gesamten Organismus
  • Harmonisierung des endokrinen Drüsensystems
  • körperliche, emotionale und geistige Neuausrichtung
  • Verbesserung der Energieversorgung
  • deutliche Verbesserung der Stimmung
  • leichteres Abschalten und einen erholsamen Schlaf

Daneben gibt es die Betreuerströme. Diese entspringen dem Hauptzentralstrom. Auch sie verlaufen auf der linken und rechten Körperhälfte vorne hinunter und hinten hinauf und versorgen beide Körperhälften.

Was die Harmonisierung der Betreuerströme bewirkt:

  • Entspannung im Bauch und Darm
  • Harmonisierung von Gedanken

Aus den beiden Betreuerströmen entspringen wiederum die sog. Diagonalen Vermittlerströme. Sie verbinden die Betreuerströme mit dem Hauptzentralstrom und bringen sie in Bewegung. Ebenso stellen sie den Übergang zwischen den subtileren Energien zu den dichteren Energien im Körper dar. Aus ihrem Weben, dem Hin- und Herfließen von Energie, entstehen zwölf Organströme, die – wie ihr Name bereits sagt – vor allem für die Bildung der physischen Organe sowie ihre Versorgung mit Energie zuständig sind.

Auch für die Harmonisierung der Betreuerströme und Diagonalen Vermittlerströme gibt es effektive Übungen. Diejenigen, die gerne mehr darüber erfahren möchten, seien auf das Buch Jin Shin Jyutsu: Einfache Anwendung zur Selbsthilfe von Waltraud Riegger-Krause verwiesen.

Das erwartet Sie in Teil 2:

  • Was sind „Energieschlösser“ und wo befinden sie sich?
  • Was versteht man im Jin Shin Jyutsu unter „Strömen“ und welche Wirkungen hat es?
  • Welche Rolle spielt die Atmung?
  • Erlernen Sie eine einfache Fingerübung, mit der Sie sowohl ihre Emotionen rasch wieder in Balance bringen wie auch körperliche Revitalisierung und Heilung anstoßen können.

 


Maretzke, Anne-Heike (2007). „Der Zentralstrom.“ In: Gesundheit aus eigener Hand. (Stand: 8.4.2018)

Riegger-Krause, Waltraud (2015). Jin Shin Jyutsu: Einfach Anwendung zur Selbsthilfe. München: Irisiana Verlag.

Weick, Karin (o.J.). „Wie funktioniert Jin Shin Jyutsu?“ In: Jin Shin Jyutsu – Deine Gesundheit liegt in Deinen Händen. (Stand: 8.4.2018)

„Die Geschichte des Jin Shin Jyutsu“ (o.J.). In: jsj.at. (Stand: 8.4.2018)

“Jin Shin Jyutsu” (2018). In: Wikipedia. (Stand: 8.4.2018)

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