Das allmächtige Bewusstsein und der unfeste Körper

„Alle Materie entspringt und existiert nur durch eine Kraft. Hinter dieser Kraft steht ein bewusster, intelligenter Geist. Dieser Geist ist die Matrix aller Materie.“ – Max Planck

Stellen Sie sich einen Moment lang vor, wie es wäre, wenn Sie selbst zwischen Gesundheit und Krankheit wählen könnten.  Wenn Sie das nötige Werkzeug dazu besäßen, welche Wirkung hätte das auf Ihr Leben? Wie würden Sie reagieren, wenn Sie erführen, dass dies wirklich möglich ist und Sie dieses Werkzeug bereits besitzen, aber möglicherweise noch nicht bewusst davon Gebrauch gemacht haben?

Das Bewusstsein mischt die Welt der Physik auf

Lange war die allgemeine Weltanschauung durch die Newton’sche klassische Physik geprägt, der zufolge die Welt eine mechanische, vorausschaubare Maschine ist (Goswami 2004). Doch diese deterministische Sichtweise bröckelt und verliert mit jeder neugewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnis kontinuierlich an Substanz.

Spätestens seit der 5. Solvay-Konferenz, welche 1927 in Brüssel stattfand und an der namhafte Forscher wie Einstein, Pauli, Dirac, Bohr, Heisenberg, Curie, de Broglie und Schrödinger teilnahmen, betrat ein neuer „Gegenstand“ die Bühne der Physik, dessen Bedeutsamkeit das klassische Weltbild bis in die Grundfesten erschüttern würde: das Bewusstsein.

Erstmals standen die anwesenden Wissenschaftler vor einem gewaltigen Fragenkomplex: Welche Beziehung besteht zwischen Geist und Körper? Welche Rolle spielt das Bewusstsein in der Welt der Atome? Lassen sich die Phänomene der Quantenmechanik durch die Inklusion des Bewusstseins erklären?

Wie, es gibt keine objektive Realität?

In diesem Rahmen sprachen Heisenberg und Bohr Einstein auf ihre Beobachtungen an, dass die Gedanken der Forscher das Ergebnis der Experimente beeinflussten. Einstein konnte dies zunächst nicht akzeptieren, da es allen gängigen mathematischen Modellen widersprach. Doch Jahre später gab er ihnen recht und äußerte sich wie folgt zum Zusammenhang zwischen mathematischen Gesetzen und der Wirklichkeit:

„Sofern die Gesetze der Mathematik sich auf die Realität beziehen, sind sie unsicher. Und sobald sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Realität.“

Der Faktor Bewusstsein war nun nicht mehr aus der Quantenforschung wegzudenken. Dank seiner Miteinbeziehung ergaben „mysteriöse“ Verhaltensweisen subatomarer Teilchen endlich einen Sinn! Zahlreich durchgeführte Experimente wiesen einheitlich auf einen Welle-Teilchen-Dualismus bei Quantenobjekten hin*.

Ist kein Bewusstsein, das beobachtet oder misst, im Spiel, breiten sich Quantenobjekte in Form von Wahrscheinlichkeitswellen aus, ähnlich den Wasserwellen, die entstehen, wenn man einen Kieselstein ins Wasser wirft. Dies geschieht nicht in der Raumzeit, sondern im Reich der Wahrscheinlichkeiten, welches Heisenberg mit dem Begriff Potentia bezeichnete. Sobald jedoch ein beobachtendes bzw. messendes Bewusstsein hinzukommt, kollabiert die Wahrscheinlichkeitswelle und wird zu einem in der Raumzeit lokalisierbaren Ereignis (Goswami 2004). Daraus resultiert beim Beobachter selbst eine maßgebliche Veränderung in der Wahrnehmung: er empfindet sich fortan als getrennt vom beobachteten Objekt.

Eines der wohl bekanntesten, dazu durchgeführten Versuche, ist das Doppeltspalt-Experiment von Thomas Young.

Doppelspaltexperiment_johannes_kalliauer

Feuert man einzelne Elektronen auf eine Platte mit zwei Spalten, sodass sich immer nur ein Elektron am Doppelspalt aufhält und wiederholt diesen Vorgang millionenfach innerhalb kürzester Zeit, wird auf dem Schirm dahinter ein Interferenzmuster aus hellen und dunklen Streifen sichtbar. Dieses lässt folgern, dass jedes Elektron beide Spalten passiert und sich dahinter wellenartig mit sich selbst überlagert hat.

Wird jedoch an jedem Spalt ein Detektor angebracht, um das Verhalten der Elektronen genau beobachten zu können, verschwindet das Interferenzmuster und auf dem Schirm sind lediglich zwei Streifen zu sehen (Ball 2017; matrixwissen.de 2012; Wieselberg 2011)!

Wie zuvor erwähnt, hat auch hier der Vorgang der Beobachtung die Wahrscheinlichkeitswelle zu einem lokalisierbaren Partikel kollabieren lassen. Bohrs Physikerkollege Pascual Jordan fasste dies seinerzeit mit diesen Worten zusammen: „Beobachtungen stören nicht nur das Gemessene, sondern erzeugen es. […] Wir zwingen das Quantenteilchen eine endgültige Position einzunehmen“ (Ball 2017). In anderen Worten: Wir selbst erzeugen die Ergebnisse unserer Beobachtungen. Bye-bye, objektive Realität!

… und es wird noch schräger: „Quantensprünge“ und verschwindende subatomare Teilchen

Als wenn das nicht schon die gewohnte Weltanschauung auf den Kopf stellen würde, überrascht die Forschung mit weiteren Details. Ist Ihnen vielleicht schon der Begriff „Quantensprung“ zu Ohren gekommen?

Kein geringerer als der dänische Physik-Nobelpreisträger Bohr etablierte diesen Terminus, nachdem er beobachtet hatte, dass sich Elektronen entgegen dem bisherigen Wissenschaftsstand nicht kontinuierlich auf ihren Bahnen um den Atomkern bewegen. Vielmehr springen sie unerwartet von einer Bahn auf die andere, ohne dabei einen Zwischenraum zu durchqueren. Bis dato ist nicht bekannt, wohin sie verschwinden, bevor sie auf einer anderen Bahn wieder erscheinen.

Doch dies gilt nicht nur für die Elektronen. Dasselbe geschieht auch mit den Bestandteilen des Protons – den Quarks, Antiquarks und Gluonen. Diese schwirren mit lichtähnlicher Geschwindigkeit durch den Protonenraum. Wenn sie zusammenprallen, dematerialisieren sie sich, um sich einige Zeit später wieder zu rematerialisieren (Strassler 2011).

Bedenkt man, dass unser Körpergewicht zu 99,9% aus diesen immerzu ab- und auftauchenden subatomaren Teilchen besteht (Horizon & Voice Entertainment 2017), wie fest und beständig sind dann unsere Körper wirklich?

Sie selbst entscheiden zwischen Gesundheit und Krankheit

Ohne ein beobachtendes Bewusstsein befinden sich Teilchen und subatomare Teilchen also in einem ort- und geschwindigkeitslosen Schwebezustand und existieren als bloße Beschreibung ihrer Wahrscheinlichkeiten. Genau in diesem noch undefinierten Zustand, von dem aus jedwede Richtung eingeschlagen werden kann, ist es uns möglich, zwischen Gesundheit und Krankheit zu wählen. Genau hier können wir entscheiden, welche Bedeutung wir der physikalischen und vitalen Welt um uns herum beimessen und wie wir mit ihr interagieren wollen (Goswami 2004).

So komplex und verwirrend sich die Erklärungen der Physik, Quantenphysik und Quantenmechanik für den einen oder anderen auch anhören mögen, der gezielte Einsatz des eigenen Bewusstseins – man kann es auch Geist nennen – ist in der Anwendung im Grunde sehr einfach:

Entscheiden Sie sich in jedem Moment, den Sie gerade leben, mit voller Absicht für Gesundheit. Erwarten Sie gesund zu bleiben, und falls Sie es nicht sind, gesund zu werden. Ertappen Sie sich auch ruhig dabei, wenn Sie einmal keine gesundheitsfördernden Gedanken hegen, denn jetzt befinden Sie sich auf dem besten Weg, Wahrscheinlichkeitswellen so kollabieren zu lassen, wie Sie es wollen!

 


*Unlängst konnten Forscher den Welle-Teilchen-Charakter auch bei größeren und massiven – sage und schreibe, 430-atomigen (!) – Molekülen nachweisen (Gerlich et al. 2011).

Ball, Philip (2017). “The strange link between the human mind and quantum physics.” In: BBC. (Stand: 11.1.2018)

Gerlich, Stefan / Sandra Eibenberger / Mathias Tomandl / Stefan Nimmrichter et al. (2011). „Quantum interference of large organic molecules.“ In: Nature Communications. (Stand: 11.1.2018)

Goswami, Amit (2004). The quantum doctor: A physicist’s guide to health and healing. Charlottesville, VA: Hampton Roads Publishing Company.

Horizon / Voice Entertainment (Hrsg.) (2017). „Matrix Heilung“. In: YouTube. (Stand: 11.1.2018)

Strassler, Matthew (2013). „Protons and neutrons: The massive pandemonium in matter.” In: Of particular significance: Conversations about science with theoretical physicist Matt Strassler. (Stand: 11.1.2018)

Strassler, Matthew (2011). “What’s a proton, anyway?” In: Of particular significance: Conversations about science with theoretical physicist Matt Strassler. (Stand: 11.1.2018)

Wieselberg, Lukas (2011). „Schrödingers Katze aus 430 Atomen.“ In: Science ORF. (Stand: 11.1.2018)

„Die Welt der Quanten – Quantenphysik erklärt die Quantenheilung?“ (2011). In: YouTube. (Stand: 11.1.2018)

„Einführung in Quantenphysik und Doppelspalt-Experiment“ (2012). In: matrixwissen.de. (Stand: 11.1.2018)

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